Feuerdrache erklärt Waldbrände

Sie leben in Wäldern, Höhlen oder manchmal mitten unter uns, meistens unentdeckt. Sie sind selten, ziemlich scheu und nicht auf den Kopf gefallen. Sie sind nur schwer ausfindig zu machen und deshalb macht es uns sehr stolz, dass wir es geschafft haben, ein Interview mit einem Feuerdrachen zu führen. Viel Spaß beim Lesen wünscht euch Aila von Drache und Einhorn.

Brandenburger Feuerdrache
Das Leben als Feuerdrache ist nicht immer einfach. Vor allem im Nordosten Deutschlands eilt ihnen ihr Ruf voraus.

Aila: Hallo, ich freue mich, dass ich ein Interview mit dir führen darf. Du bist ein echter Feuerdrache. Wie heißt du eigentlich?

Feuerdrache: Ich habe einen Doppelnamen, der lautet Fotia-Vuno. Meine Eltern kommen aus Griechenland und fanden den Namen toll. Meine Freunde nennen mich Foti. Sie machen sich manchmal einen Spaß daraus, weil der Name an Pfoten erinnert. Dabei weiß doch jeder, dass wir Klauen haben. Pfoten sind etwas für Haustiere, wobei ich keinem Haustier zu Nahe treten möchte.

Aila: Ja, so eine Drachenklaue ist schon ziemlich stark. Aber du hast noch mehr zu bieten. Dein Element ist das Feuer. Was kannst du uns darüber sagen?

Fotia-Vuno: Das ist eine ziemlich allgemeine Frage. (lacht) Ich muss kurz überlegen… Ich galube es ist so. Feuer ist alles und nichts. Es kann Leben und Tod bedeuten. Es spielt im ganzen Universum eine wichtige Rolle. Es kann mythisch sein, aber es kann auch wirklich sein.

Aila: Was genau meinst du, wenn du sagst, es kann Leben und Tod bedeuten?

Fotia-Vuno: Zuerst ein Beispiel für das Leben. Es gibt einige Bäume auf dieser Welt, bei denen neue Sprösslinge erst nach starker Hitze gedeihen. Die Samen bleiben so lange im Zapfen, bis ein Feuer kommt. Dann öffnet sich der Zapfen und die Samen werden freigelassen. Erst das Feuer bringt dem Baum das Leben. Ein weiteres Beispiel sind Vulkane, die in Meeren neue Inseln erschaffen, auf denen nach einer gewissen Zeit dann Leben möglich ist. Dass Feuer auch eine große Zerstörungskraft besitzt, ist natürlich bekannt. Nahezu alles, was existiert, kann durch Feuer zerstört werden. Irgendwie ist es so: Ohne Feuer kein Leben und ohne Leben kein Feuer.

»Feuer bedeutet alles und nichts«

Aila: In Deinem letzten Satz steckt fast ein wenig Mythologie, die du ja zuvor schon erwähnt hast. Denn ganz so einfach ist es aus wissenschaftlicher Sicht nicht.

Fotia-Vuno: Da hast du natürlich Recht. Wissenschaftlich gesehen ist erst einmal alles Energie. Es kommt natürlich auf die Situation an, in welcher Form diese Energie für uns sichtbar wird. Den Satz, auf den du anspielst, kann man ganz einfach wissenschaftlich darstellen, indem man Feuer durch Energie austauscht. Also: Ohne Energie kein Leben und ohne Leben keine Energie.

Aila: Stimmt, das klingt schon sehr nach Wissenschaft. Aber auch philosophisch. (lacht) Hat das etwas mit der Herkunft deiner Eltern zu tun?

Fotia-Vuno: Du meinst, weil sie aus Griechenland stammen?

Aila: Ja.

Fotia-Vuno: Vielleicht… Vielleicht aber auch nicht. (lacht)

Aila: Frei nach dem Motto »Alles was wir sind ist Sand im Wind.« ?

Fotia-Vuno: Oder nach dem Motto: »Wer war zuerst da, das Huhn oder das Ei?«

(beide lachen)

Aila: Das ist ein sehr lustiges Interview gerade. Ich möchte nun mal über etwas konkretes mit dir sprechen. Also konkreter als Philosophie oder Mythologie. Du wohnst in Deutschland. Genauer gesagt im Land Brandenburg. Wie lebt es sich dort?

Feuerdrache wohnt südlich von Berlin.
Fotia-Vuno (Feuerdrache) lebt südlich von Berlin in den Wäldern und möchte seinen genauen Wohnsitz nicht preisgeben.

Fotia-Vuno: Es ist schön hier. Die Landschaft ist sehr schön und abwechslungsreicher, als man auf den ersten Blick vermutet. Meistens halte ich mich südlich von Berlin auf.

Aila: Also dort, wo sich in den letzten Jahren auch die Waldbrände häuften?

Fotia-Vuno: Das mit den Waldbränden konntest du dir nicht verkneifen oder?

Aila: Es ist, wie es ist. Dort gab es ja zuletzt zahlreiche Brände.

Fotia-Vuno: Es gibt aber auch schöne Natur, schöne Orte und nette Tiere und Menschen. Viel zahlreicher, als die Brände. Wenn ich an das Brandenburger Land südlich von Berlin denke, fallen mir auf jeden Fall nicht zuerst Waldbrände ein. Aber vielleicht sieht man das ja als Außenstehender anders. Obwohl du ja auch aus der Region stammst. Aber du bist eben Jornalistin und brauchst spannende Themen. Du hättest ja zum Beispiel auch den Naturpark Nuthe-Nieplitz erwähnen können, der in dieser Region liegt.

Aila: Das ist doch der Naturpark, in dem es dieses Jahr auch gebrannt hat, oder?

Fotia-Vuno: (lacht) Du bist hartnäckig. Du verstehst aber bestimmt, dass man als Feuerdrache etwas sensibler bei diesem Thema ist, oder?

Aila: Na klar. Aber meine Aufgabe als Journalistin ist es, von meinem Interviewpartner interessante Aussagen herauszulocken. Und das funktioniert ganz gut, finde ich. (schmunzelt)

Fotia-Vuno: Ich denke auch.

Aila: Also. Wo warst du zu besagtem Zeitpunkt, als der Brand entstand? Nee, Spaß bei Seite. Was hälst du von den Bränden? Und wie gehst du als Feuerdrache damit um? Musst du dir deshalb von den Leuten manchmal was anhören?

»Brände sind schlimm«

Fotia-Vuno: Die Brände sind natürlich schlimm. Ich kenne einige Tiere persönlich, die ihr zu Hause verloren haben. Die sind aber auch alle Überlebenskünstler und haben schon eine neue Bleibe. Aus der Sicht als Feuerdrache kann ich nur sagen, dass die meisten Leute nicht an Feuerdrachen glauben. Insofern kann ich mein Leben ohne Probleme leben. Die Gesellschaft würde sehr wahrscheinlich anders reagieren, wenn sie wirklich Bescheid wüsste.

Aila: Bescheid wissen worüber? Über Feuerdrachen? Oder die Ursache des Feuers?

Fotia-Vuno: Über Feuerdrachen natürlich. Dass die Ursache bei fast allen Bränden in den letzten Jahren Brandstiftung war, hat die Polizei ja auch schon vermutet. Da schließe ich mich an.

Aila: Warum bist du dir da so sicher?

Fotia-Vuno: Man muss sich nur anschauen, wo die Feuer ausgebrochen sind. Es sind sehr oft Truppenübungsplätze. Diese sind schwer zu löschen, weil die Feuerwehr aufgrund von alter Munition auf dem Boden nicht nahe genug ans Feuer herankommt. Aber warum das Feuer so oft dort ausbricht weiß keiner. Ich denke man möchte entweder das Land preiswert reinigen, was natürlich nur für den preiswert erscheint, der das Feuer nicht löschen muss. Oder jemand legt dort Feuer, weil er weiß, dass es schwer zu löschen ist und Spaß daran hat, soetwas zu tun.

Aila: Das klingt nachvolziehbar. Vielleicht liegen auf den Truppenübungsplätzen aber auch viele Glasscherben, die durch die Sonne und den Lupen-Effekt Funken erzeugen können.

Fotia-Vuno: Du meinst, da liegen ganz viele alte Bierflaschen beziehungsweise die Reste davon herum?

Aila: Ja. Wäre doch eine Möglichkeit.

Fotia-Vuno: Könnte natürlich sein. Damit sind die Feuerdrachen auf jeden Fall freigesprochen.

Aila: So man sie denn anklagen würde.

Fotia-Vuno: Aber sie existieren ja überhaupt nicht.

Aila: Genau.

(beide lachen)

Feuerdrache leuchtet in der Wildnis.
Feuerdrachen bringen Ihre Umgebung meistens zum Leuchten, welches laut einem weit verbreitetem Vorurteil nicht auf Flammen basiert. Das Leuchten beruht auf einem magisch chemischen Prozess, der bisher noch nicht erforscht ist.

Aila: Mal eine andere Frage. Was hälst du eigentlich von Wasser?

Fotia-Vuno: Es ist gar nicht mal so übel, ehrlich gesagt. Auf jeden Fall ist es meistens ziemlich nass. Im Sommer ist es immer eine willkommende Erfrischung. Da gibt es ja einige schöne Seen in der Region.

Aila: Zum Beispiel den Ostsee, nahe Cotbus.

Fotia-Vuno: Stimmt. Früher war es ein weiter Weg bis zur Ostsee. Aber jetzt haben wir den Ostsee ganz in der Nähe.

Aila: So. Ich denke, alles Gute muss auch mal ein Ende haben. Hey, das klingt ja philosophisch, genau wie vorhin. Wenn ich deine Aussage von vorhin leicht abändern darf: »Ohne Anfang kein Ende und ohne Ende kein Anfang« (lacht)

Fotia-Vuno: Und diese Aussage kommt von einer Person aus dem Journalismus. (lacht)

Aila: Was soll dass nun wieder bedeuten?

»War schon in Bielefeld«

Fotia-Vuno: Naja, es ist nur meine Meinung. Aber die meisten Journalisten arbeiten doch eher auf einem anderen Niveau. Das Niveau, dass ich meine bringt Zeitungs-Überschriften, wie »Elvis lebt«, »Feuerteufel gefasst« oder »Feuerdrache wütet in Brandenburg« hervor. Es fehlt im Allgemeinen etwas an qualitativem Journalismus. Insofern war es als Kompliment gemeint.

Aila: Verstehe. Da bin ich beruhigt. Ich möchte mich ganz herzlich für das Interview bedanken. Obwohl du ja eigentlich nicht existiert. (lacht) Genau wie Bielefeld, aber das ist noch mal ein anderes Thema.

Fotia-Vuno: Ich war schon mal in Bielefeld. Aber es zählt nicht als Beweis, wenn es ein Feuerdrache sagt. (lacht)

Aila: Es war sehr lustig mit dir. Alles Gute und vielleicht bis bald.

Fotia-Vuno: Auch ich bedanke mich. Es war mir eine Freude. Ich warte mit Spannung auf die Überschriften im fertigen Artikel. (lacht)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.